Der Engel der Ruhe
Die Macht des Gebetes liegt in der Ruhe, die nach ihm
auf unser Innerstes sich breitet.
sagt: Karl Ferdinand Gutzkow
Welche Ruhe? Die Ruhe vor dem Sturm? Die Ruhe nach dem Donnerwetter? Die Ruhe der Sprachlosigkeit? Die Grabesruhe? Diese Ruhen sind alle nur geliehen und vorgetäuscht und können jederzeit in ihr Gegenteil umschlagen. Es gibt nur eine Ruhe, nämlich die, die sich einstellt, wenn man seine Verhaftungen an dieses Leben, wie Wünsche, Hoffnungen, Glaube, Eitelkeit, Zorn, etc. abschneidet.
Es gibt da eine Geschichte und die geht so.
Zwei benachbarte Dörfer in Indien. Im einen Dorf lebte ein alter Mann. Eines Tages kamen Menschen aus dem Nachbardorf und nahmen den Mann mit in ihr Dorf. Sie stahlen in sozusagen. Der Mann ging mit und nichts änderte sich an ihm und in ihm. Nach einer Weile kamen Menschen aus dem ersten Dorf und stahlen den alten Mann zurück. So ging das hin und her – ad infinitum.
Dies könnte man Ruhe, heitere Gelassenheit etc. nennen.
Nein aber auch. "Die Macht des Gebetes" hört sich ja an wie ein V
d
-Zauber. Und wo bleibt da die Demut, Herr Gutzkow? Und was ist wenn haben fertig mit Amen? Flasche voll mit Unruhe, wie gehabt?
Na, Meister Gutzkow, da wollen wir Ihre Ruhe lieber nicht weiter stören.
Geschrieben hat Ihnen dies,
Hans Blazejewski, der Theoretiker der Ruhe
Das Engelbild mit freundlicher Erlaubnis der Künstlering Gabriele Diana Bode
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