März 28, 2009 | In: Rezepte + Fitmacher

Löwenzahnsalat – Der Fitmacher für Leib und Seele

 

lowenzahn

 

 Wie Sie in den ersten Frühlingstagen Ihrer Seele und Ihrem Körper eine Freude machen

 

Jedes Jahr, zum Frühlingserwachen, die gleiche Vorfreude.  Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und ich werde zu einem Sucher und Sammler. Löwenzahn – Taraxacum officinalis – ist die Pflanze meiner Begierde, der ich nachstelle um mir  aus dieser Spezies  ein essbares Kunstwerk zu  zaubern.  Zum Beispiel einen Löwenzahnsalat. Es ist nicht einfach, heutzutage "jungfräuliche" Stellen zu finden, von denen man unbedenklich nehmen kann. Großstadtmenschen sind da besonders im Nachteil. Auf jede Löwenzahnstaude zwei Hunde und drei Männer.
Vielleicht probieren Sie es dann auf Ihrem Wochenmarkt. Mit etwas Glück finden Sie dort auch ungebleichte Pflanzen, die kräftiger im Geschmack sind.

 

Löwenzahnsalat – das Rezept
 

Die Zutaten
Löwenzahn, vor der Blüte stehend, Sauce Vinaigrette, Eier, Speck.

Die Vorbereitung
Gehen Sie, wenn eben möglich, kurz vor der Zubereitung auf die Suche, denn schon nach kurzer Zeit läßt der geschnittene Löwenzahn seine Ohren hängen.
Sie brauchen einen gesenkten Sucherblick, ein Küchenmesser, einen Korb. Ferner eine nicht gedüngte Wiese oder einen Waldrand, von dem Sie den Eindruck haben, daß Sie hier was Sauberes finden. Meiden Sie ausgetretene Wege, da waren sicher vor Ihnen schon andere Lebewesen, z.B. Hunde oder Männer.

Fassen Sie den jungen Löwenzahn etwas tiefer an, so daß Sie die ganze Rosette schneiden können. Die Blütenknospen sind o.K. und können ebenfalls gegessen werden, entweder gleich mit dem Salat oder später als eingelegte Kapern.
Finden Sie Gundermann, so nehmen Sie einige Blätter, mit denen Sie sich einen extraordinären Frühlingsquark zubereiten können. Natürlich sollten Sie dann auch Quark im Hause haben.

Das Putzen
Putzen Sie den Löwenzahn, bevor Sie ihn waschen, denn sonst haben Sie Probleme mit den abgestorbenen Grashalmen und Blättern, die so penetrant an dem hängen, was Sie so gern essen möchten.
Nach dem Waschen trocken tupfen oder mit einer Salatschleuder behandeln. Dann schneiden Sie den Salat so klein wie es meine Ostpreußen-Oma für ihre jungen Enten gemacht hat.

Die Sauce Vinaigrette
Geben Sie in ein gut verschließbares Glas 1 EL Rotweinessig, am besten den vom letzten Frankreichurlaub, 3 EL Olivenöl, auch dies ein Urlaubsmitbringsel,1/2 TL Salz, 1/2 TL scharfen Senf, grob gemahlenen frischen Pfeffer. Ich nehme dazu Großmutters alte Kaffeemühle. Knoblauch 1-3 Zehen durch die Knoblaupresse gejagt ebenfalls ins Glas geben. In Ermangelung einer Presse, nehmen Sie die Zehen und Salz und quetschen Sie sie mit einer Gabel zu brei. Etwas mühsam und nichts für  Menschen, deren Ungeduld ihre Stärke ist.
Die hier genannten Mengen müssen Sie natürlich im Verhältnis erhöhen, sofern Sie Ihren Salalt schwimmen lassen wollen, oder beabsichtigen eine größere Menge auf den Tisch zu bringen.  

Schütteln Sie das Glas, bis alles sämig vermischt ist. Aber vorher vergewissern ob der Deckel richtig schließt, sonst haben Sie den Salat.
Die Sauce Vinaigrette unter den Salat heben. 
Zwei hartgekochte Eier sehr kleinschneiden und ebenfalls unterheben. Die Eier absorbieren einen Teil des manchmal recht bitteren Löwenzahn-Geschmacks. Fein gewürfelten Speck auslassen und am Tisch heiß über den Salat verteilen. Dabei darf es ruhig zischen. Das erhöht die Vorfreude.
Essen!

Sollten Sie mit Ihrem vegetarischen Gewissen in Konflikt kommen, dann machen Sie es wie meine Ostpreußen-Oma die in solchen Fällen zu sagen pflegte: „Jungche! Iss! Fleisch ist das beste Jemiese!“

Zu diesem Salat reiche ich Baguette, welches man hier, aus ich weiß nicht was für Gründen, nie so bekommt, wie in Frankreich. Bei mir gibt zu diesem Salat auch Rotwein. Einen französischen Rotwein, einen Gamay. Ein Landwein, von der Loire, den ich am Ende meines Urlaubs direkt vom Winzer besorge und hier auf Flaschen ziehe. Ein Gaumenschmeichler, besonders wenn er Zimmertemperatur hat.

Bon appétit à tous.
 

 Geschrieben hat Ihnen dies,
Hans Blazejewski, dem das Wasser im Mund zusammenläuft
 

Schauen Sie sich das Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" aus dem Jahre 1625 an. Mein derzeitiges Lieblingswort dazu: UNGLAUBLICH!! Unter anderem finden Sie unter dem Begriff „Löwenzahn“ den Hinweis, wie man Wein aus dieser Pflanze machen kann. Hier finden Sie aber auch eine Vielzahl anderer Heil- und Kräuterpflanzen.
Die Abbildung zu diesem Artikel wurde dem hier erwähnten Kräuterbuch entnommen.

Ein weiterer Tip ist das Heilkräuter-Lexikon
 

 

 

3 Responses to Löwenzahnsalat – Der Fitmacher für Leib und Seele

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Inge

März 30th, 2009 at 6:20 pm

Klingt ja ganz lecker!

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Hans Blazejewski

März 30th, 2009 at 6:44 pm

Klingt lecker?
Hah! Ich habe heute einen solchen Salat gegessen. Himmlisch! Engelhaft!

Noch ein Nachtrag zum Rezept: Wenn Du nach dem Waschen die Blätter einzeln von beiden Seiten mit einem Handtuch trocken tupfst, kannst Du einen sehr persönlichen Bezug zu Deinem Salat herstellen.

LG
Hans

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Inge

März 31st, 2009 at 12:46 pm

*lach* ich werde dran denken

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