Mai 18, 2009 | In: Esoterik, Hans Blazejewski, Kritisches

Lauf Bruder lauf! Bewegung heißt die Parole!

 

habla114

Ich bewege mich – also doch!

Lauf Bruder lauf! Bewegung heißt die Parole. Panta rhei ruft mir die Antike hinterher.

 

Bewegung Kinetik, Mouvment, Jogging. Das Universum ist in Bewegung und wenn ich stehen bleibe, so werde ich immer kleiner – relativ gesehen. Die Ursuppe gilt es einzuholen, denn wo sonst könnte ich endgültig meinen Verstand versenken.

 

Also üb ich, was die Bewegung hergibt. Astrologiere, kontempliere, meditiere, reinkarniere. Nehme eine Massage mal ganz anders, schaue zu wie die aufgestiegenen Meister sich mitteilen, übergebe mich an das Zauberwort das da Superlearning heißt, fühle dabei die Energie der Zukunft in mir aufsteigen, gehe auch mal zwischendurch in eine Rückenschule, weil Bücken so toll sein soll.
Dabei fällt mir ein, wenn Sie liebe Leser wissen, wie man einen Staatsdiener macht, so schreiben Sie mir ruhig einen Kommentar dazu). 

Vielleicht habe ich auch Lust auf autogenes Training einmal anders, weiß ich doch, daß ich seit meiner Geburt alles verkehrt mache und dies nicht nur weil ich ein Geburtstrauma ganz tief in mir verpanzert habe. 

Als erstes hab ich echt verinnerlicht, daß ich falsch atme. Viel zu flach, da komme ich gar nicht an meine Gefühle. Alles was ich esse ist Gift für meinen Körper. Alle meine Blockaden haben mit dieser meiner falschen Ernährung zu tun. Auch habe ich die ultimativ falsche Sitzgelegenheit und hätte mir schon längst ein Meditationskissen angeschafft, hätte ich nur nicht so wenig Energie. Das hat damit zu tun, daß ich so wenig rauslasse und nicht auf mein inneres Kind höre.

Aber alle meine Macken kann ich rucki zucki in ein paar Seminaren in was Positives verwandeln.
In den Übungspausen visualisiere ich meinen 16. Benedikt oder auch den mit den Ohren. Zuweilen auch den nicht mehr ganz so fidelen Castro, wie sie so gar lieb bewegt und fotogen sind, beim Anblick kleiner Kinder. Auf den Arm nehmen müssen sie sie immerzu, besonders wenn die Presse zugegen ist. 

Eventuell träume ich gar davon, daß ich das einzige und wahrhaftige Medium vom Galilei Galileo sei, der mich immer nur dies, mit ein wenig Trotz in der Stimme sagen läßt: Oh ha! Und er bewegt sich doch. Dabei kann ich sehen, wie er den Gregor immer um sein eigenes Weltbild dreht. 

Manchmal erinnere ich mich auch an die ach du liebe Zeit, welche sich immer gleich bewegt und nicht stille steht, außer zweimal im Jahr. Seltsam, fast jeder trägt sie am Arm und trotzdem wird immer nachgefragt, wo sie den geblieben sein, die schöne Zeit. 

Panta rhei, alles fließt,
nur der Autoverkehr in den Städten wird langsamer und langsamer und wird bald still stehen. Was man dann, ohne in den Geruch eines potentiellen Verkehrsfeindes zu geraten, als die Unmöglichkeit Verkehr haben zu können, titeln darf. 

Jetzt hilft nur noch neue Wege zu beschreiten. Gleich sofort werde ich einige Sitzungen gegen meine Verstopfungen nehmen. Wenn es dann wieder läuft, kann ich meinen Bauch tanzen lassen, bevor ich den dringenden Wunsch in mir verspüre, herauszufinden: wer bin ich wirklich. Möglich ich schreibe später einen Artikel zu diesen harten Tatsachen. 

Ebenso hart, wie eine Tatsache: Die Herrschenden entfernen sich vom Volk. Teile des Volkes entfernen sich ebenfalls. Zumeist von ihrem Glauben. Sie spielen nicht mehr mit. 

Zulauf für Bewegungen aller Arten, aller Orten. Es gärt! Die Masse blubbert! Turnvater Jahn kennt sich nicht mehr aus hienieden, denn asiatisch gehen wir uns an unser Fremdgemachtes. 

Fünf Tibeter geben eine Vorstellung in Fortsetzungen oder bekochen uns.
Demnächst folgen die Dreiundzwanzig ganzheitlichen Schlicht-Guruwesen aus dem fernen Irgendwo, begleitet von sehr blonden Walle-Walle Gestalten mit ihren frisch gedruckten neuesten Weisheiten, deren Inhalte sie mir so trefflich anzupreisen wissen, oder mich mit ihren white sugar voices ansingen,  denn wichtig ist zu wissen: wo geht es lang? 

VHS Fortgebildet habe ich gelernt: erhebt eine Person die Hand gegen mich, so laufe ich nicht gleich davon, denn ich könnte einen Tai-Chi-Isten zu nahe gekommen sein.
Aikido, Reiki-Do, Kara-Tee, Kung-Fu, Yoga, Take Con Dom, Sim Sah Lab Im.  Feng Shui zum Anziehen, der exotischen Werkzeuge mit denen ich mir meine eng bemessenen Kleider verändern kann, en mass. Nur, welches Werkzeug schneidet und liegt gut in meinen Händen? Was ist meisterhaft, was hirnverbrannt? 

 

So laufe ich und laufe ich. Ich laufe bis die Socken krachen. Von hier nach da. Lauf vor mir selbst davon. Renne hinter dem neuesten Heilversprechen her. Bin einem Lichtwesen auf der Spur. Fahre in die Berge zu einem Seminar über Bewegungstherapie. 

Ich renne und haste und hechte und sause und hüpfe. Mal hier hin, mal dort hin. Springe von einem Punkt zum nächsten und laufe und laufe und laufe bis ich Karl Valentin höre, der mir im vorbeilaufen zuruft: Alles Käse! Wohin läuft er denn?

 

Und Sie liebe Leser?
Warum laufen Sie denn wohin?

 

Geschrieben hat Ihnen dies,
Hans Blazejewski, the mind-blowing runner

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