Mai 29, 2010 | In: Heilweisen, Kritisches, Religion, Satire
Gurkenwasser zu Weihwasser
Klostermusikanten spielen und singen das GuWaWeiWa
Freunde, mein Weihwasser schlägt Wellen. Es ist schon bis nach XING übergeschwappt. In den dort wild durcheinander donnernden Gesprächen erfahre ich Dinge, die ich mir nicht geträumt habe, z.B. daß im Weihrauch Cannabis enthalten sein soll. Oder wußten sie, daß es analog zu den berühmten Kornkreisen auch Mehlkreise gibt? Sie müssen das nicht glauben, können es aber hier lesen. Einen Shop mit christlichen Devotionalien lege ich Ihnen mit Freuden an Ihre Tränensäcke. Sie werden sich ablachen bis daß der Arzt kommt. Finden sie hier im Pilgerbüro
Wollen wir aber wieder ernsthaft werden und zu XING zurückkehren. Dort unterhält man sich seriös (?) darüber ob es sinnvoll ist, einen Weihwasser-Onlineshop zu eröffnen und welche Marktchancen er hätte.
Ob diese Idee verwirklicht wird, kann ich nicht wissen, möchte aber nicht versäumen, den Initiatoren dort, öffentlich eine Wasser-Variante zur Diskussion zu stellen, nämlich das
Gurkenwasserweihwasser (GuWaWeiWa),
welches in Polen hergestellt wird.
Bekanntlich wird die kleine Gurke in PL Ogórki genannt, mit der Betonung auf den beiden letzten Buchstaben. Eingeweihte wissen, daß mit dem Ki aus der polnischen Gurke die universelle Lebensenergie bezeichnet wird und nicht wie oft behauptet, die künstliche Intelligenz.
Die kleinen polnischen Gurken werden, wenn sie noch frisch, unverdorben und jungfräulich sind, gesammelt. Das Wasser, welches ihnen per Hochdruck abgepreßt wird, fängt man in hölzernen Bottichen auf. Dieses Gurkenwasser, mit einem etwa 80% Ki-Anteil, wird mit dem Marienwasser, welches im polnischen Gietrzwald angeblich aus einer Quelle sprudelt über der Maria auf einem Baum gesessen haben soll, im Verhältnis 1:1000 gemischt. Also 1000 Liter Gurkenwasser mit einem Liter Marienwasser und fertig ist das GuWaWeiWa, nachdem es noch schnell die gutkatholische Weihe in einem einsamen Kloster tief in den Karpaten gelegen, empfangen hat. Dazu singen hübsche Chorknaben »GuWaWeiWa, GuWaWeiWa, du unser gnadenreicher Lebensborn«, nach der Melodie »Aufwärts schwimmt ein Fisch die Weichsel.
Wenn man nun in diesem speziellen GuWaWeiWa badet, vermehrt sich die universelle Lebensenergie des Badenden, dadurch, daß er einen hohen Ki-Anteil über seine Haut aufnimmt, unabhängig davon, ob er mit einer Gummiente spielt oder nicht. Außen von seinen Unreinheiten befreit, von innen gestärkt kann er nun bis zum nächsten Badetag den Fairnissen des Lebens trotzen.
Natürlich kann das GuWaWeiWa auch nach alter Sitte mit einem Wedel über die Gläubigen gesprenkelt werden. Soll aber nicht so wirkungsvoll sein, hab ich mir sagen lassen.
Finden Sie nich auch, daß manche katholischen Rituale etwas abartiges haben und deren Sinn uns unglaublich vorkommt?
MfG
Hans B.
P.S. Jeder ungläubige Pilger kann sich davon überzeugen, daß ich jetzt die reine Wahrheit berichte:
Die oben genannte angebliche Quelle in Gietrzwald (angeblich deshalb, weil sie unsichtbar ist und aus einer Mauer nur ein Rohr herausragt, aus dem Wasser sprudelt) befindet sich am Fuße eines etwa 50 m hohen Hügelchen, auf dem die Pilger rumstehen, wenn Wallfahrt ist und für den Klerus die Herde machen. Rechts am Hügelchen und oben am Rand des selben befindet sich ein Wäldchen in dem die Pilger (meist Männer) verschwinden, wenn sie mal den Erdgeistern ihre Notdurft opfern müssen. Und unterhalb die angebliche Quelle. Wer dieses Wasser benutzt oder trinkt, der muß schon ziemlich gutgläubig sein.